Die Liste 2021

Top of the Pops in diesem Jahr sind: 

Serien

Dopesick (Staffel 1; Sky) 

Unfassbar erschütternde und spannende Serie über die Erfindung und Verbreitung des Schmerzmittels Oxycodon (kurz: Oxy). Das Thema wird aus mehreren Perspektiven beleuchtet: Aus der Sicht der Einwohner einer US-Bauarbeiter-Stadt, in der gleich dutzende Menschen schwer abhängig werden. Aus der Perspektive der Familie Sackler, die das Medikament erfunden und unter skandalösen Verkaufs- und Zulassungsstrategien auf den Markt brachte. Und zu guter Letzt begleiten wir zwei Anwälte sowie eine Agentin der Drogenvollzugsbehörde DEA, die es sich zum Ziel gesetzt haben, das Schmerzmittel auf die Verbotsliste zu bringen.  

Heels (Staffel 1; Sky)

Ich kann gar nicht genau beschreiben, warum ich die Serie so gut fand. Vielleicht, weil sie so skurril ist, aber zugleich auch so liebevoll erzählt wird. Heels handelt von zwei Kleinstadt-Brüdern, die sich in der amerikanischen Wrestling-Welt einen Namen machen wollen. Wunderbare Bilder, guter Humor, muss man gesehen haben. 

BMF (Staffel 1; Sky)

BMF steht für Black Mafia Family. Erzählt wird die wahre Geschichte der Brüder Demetrius «Big Meech» Flenory und Terry «Southwest T» Flenory, die in Detroit in den 80er ein Drogenimperium aufgebaut haben. Nicht nur spielen die mehrheitlich jungen Schauspieler wahnsinnig gut, die Serie bietet auch einen Einblick in die Lebenswelt der örtlichen Drogengangs. 

Narcos de Mexico (Staffel 3; Netflix)

Genau so überzeugend wie Staffel 1. Was die 3. Staffel so herausragend macht, sind die verschiedenen Aspekte, die darin beleuchtet werden. Natürlich geht es um die ganzen Narcos und um die Drogen. Aber eben nicht nur: Themen wie freie Presse oder Femizide kommen ebenso vor. Ausserdem spielt Luis Gerardo Méndez in diesem Jahr in der Rolle als Polizist alle an die Wand. 

Filme

James Bond – No time to die

Ja, doch. Ein versöhnlicher Abschluss der Daniel-Craig-Ära. Ich mochte Craig als Bond. Klar, er war jetzt nicht der Charme-Bolzen. Aber genau deshalb passte er so gut in unsere Zeit. Daniel, it was a pleasure!

Und: Billie Eilish ist einer der besten Bond-Songs gelungen!

Don’t Look Up

Hach, hat dieser Satire gut getan! Ich muss ein paar Mal herzhaft lachen. Dass er’s drauf hat, bewies Adam McKay schon bei Big Short. Und auch diesmal gelingt ihm eine bitterböse Satire über einen drohenden Weltuntergang.

Dune

Episch.

Dokumentationen

In diesem Jahr habe ich entdeckt, dass es auf dem «Disney+»-Channel einen eigenen National-Geographic-Kanal gibt. Das ist in etwa so, wie wenn ein Oxy-Süchtiger freien Zugang zu einer Apotheke bekommt. 

Lost Cities with Albert Lin

Es kommt nicht oft vor, dass ich alleine vor dem Fernseher sitze und sage: «Oh mein Gott ist das spannend.» Bei dieser Staffel passierte das fast bei jeder Folge. Forscher und Abenteurer Albert Lin besucht mit dem National Geographic-Team verschiedene historische Städten. Der Clou dabei: Sie setzen modernste LIDAR-Drohnen-Technik ein. Damit können der Boden gescannt, das Blätterdach des Regenwalds am PC wegretuschiert und verschollene Strukturen gefunden werden. Alleine in Südamerika konnten so über 70’000 Maya-Häuser im Urwald entdeckt werden. Noch einmal: 70’000 (!!) unentdeckte (!!!) Maya-Pyramiden und Häuser warten darauf, von Archäologen untersucht zu werden. 

Lost Treasures of Egypt

Wer sich für alte Kulturen interessiert, kommt an Ägypten natürlich nicht vorbei. Besonders beeindruckt in dieser Staffel hat mich die Archäologin Kathleen Martinez. Sie ist nämlich besessen darauf, das verschollene Grab von Kleopatra zu finden. In dieser Staffel macht sie unter dem Isis-Tempel eine bemerkenswerte Entdeckung. Leider läuft just in dem Moment ihre Grabungs-Lizenz ab, als sie die verborgene Kammer untersuchen möchte. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es sich dabei um Kleopatras Grab handeln könnte. Schliesslich galt Kleopatra als die weltliche Repräsentantin der Göttin Isis. 

Apropos Grab: In einer anderen Serie (Alexander) wird in Alexandria das ebenfalls verschollene Grab von Alexander dem Grossen gesucht.

Apropos Grab zum Zweiten: In «Das Grab Jesus» werden die Restaurierungsarbeiten der heiligen Grabstätte von Jesus Christus dokumentiert. Weil dieses Grab zum ersten Mal seit hunderten Jahren geöffnet wird, ist auch diese Doku  superspannend.

Bücher

Andrew Burkeman – 4000 Weeks

Wahrscheinlich das Hype-Sachbuch des Jahres. Alle haben es gelesen (zum Beispiel Alexandria Ocasio-Cortez). Das Buch ist so gut, dass ich etwa nach einem Viertel aufgehört habe, auf meinem E-Reader Stellen zu markieren, da mehr markiert war als nicht. Ich habe es dann ein zweites Mal gelesen. 4000 Weeks (etwa die Zeitspanne eines Lebens) ist ein Anti-Time-Management-Buch. Es beleuchtet unseren Zugang zu Zeit, Produktivität und Glück auf eine erfrischende Weise. Das Buch hatte einen Impact auf mein Leben und half mir, manche Dinge deutlich gelassener zu sehen. Zum Beispiel, dass wir irgendwann einen Punkt im Leben erreichen werden, bei dem alles «besser» wird. Dass wir irgendwann irgendwo «ankommen». Dieses verschieben des Lebens auf Später. Was so zeitgeistig ist, das beleuchtet Burkeman auf eine brillante Weise. 

Pema Chödrön – Wenn alles zusammenbricht

Ihre Weisheit und ihre einfache Darlegung der buddhistischen Lehre sind eine gute Stütze für schwierige Zeiten. Man kann es nicht oft genug sagen: Leiden gehört zum Leben. Es gibt kein Leben ohne Leiden. Und: Alles ist im Fluss. Immer. Klingt banal, vergisst man aber fast in jeder Sekunde. 

Lukas Neumeier, James Douglas – Quantenphysik für Hippies

Ein Hippie und eine Wissenschaftlerin führen ein Gespräch über Quantenphysik. Manchmal etwas zu klischiert geschrieben. Das Buch gibt aber einen sehr einfachen und verständlichen Einblick in die Quantenphysik. 

Richard Powers – Die Wurzeln unseres Lebens

Ein absolut wundervoll geschriebenes (und vor allem gut übersetztes) Buch über Bäume und das Leben. Herzergreifend.

Musik

Kaum neue Musik gehört. Album-Highlight: Oasis – Knebworth 1996 (Live). Ich alter Sack. 

Was ich mir für 2022 wünsche? Ein Oasis-Reunion-Konzert im Wembley, nachdem die Corona-Pandemie vorbei ist. Cheers.

Games

Ghost of Tsushima (PS4)

Seit langem hat mich kein Game mehr so in den Bann gezogen. Als Samurai kämpft man gegen die Mongolen-Invasion im Jahr 1274. Absolut fantastische Landschaftsbilder, tolle Kämpfe und eine super Story machen dieses Game für mich zum Spiel des Jahres.

Podcast

Dunkle Heimat

Ein guter deutscher True-Crime-Podcast. Gesprochen und recherchiert von einem meiner Lieblingsautoren, Berni Mayer. Beleuchtet werden zwei Fälle: 

Ein berühmter Mordfall im Bayerischen Hinterland vor knapp 100 Jahren. Auf einem Bauernhof wurde eine komplette Familie auf brutalste Weise ermordet. Bis heute ist unklar, wer der oder die Täter waren.

Zum anderen den bis heute ungelösten Fall der Frankfurter Prostituierten Rosemarie Nitribitt in den 1950er Jahren. Ein Mordfall mit Verdächtigen bis in die höchsten Kreise von Industrie und Politik.

Andrew Huberman Lab

Ein super nerdiger Wissenschaftspodcast. Immer wieder faszinierend. 

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